Coronavirus - Hilfe auch für Land- und Forstwirtschaft

Auch unsere Land- und Forstwirte sind von der Corona-Krise getroffen. Hier einige Fragen und Antworten:

1. Gibt es eine Möglichkeit, in Krisensituationen den Sozialversicherungsbeitrag zu reduzieren?
Ein Krankenversicherungsbeitrag soll und darf nicht zu einem Liquiditätsengpass führen. Denn ohnehin geforderte Selbstständige sollen nicht zusätzlich belastet werden. Wer durch direkte oder indirekte Betroffenheit mit Geschäftseinbußen und Zahlungsschwierigkeiten rechnen muss, wird von der SVS unterstützt.
Die SVS bietet daher allen betroffenen Versicherten nachfolgende Maßnahmen:

a) Pauschalierte Betriebe und Optionsbetriebe:
    Stundung der Beiträge
    Ratenzahlung der Beiträge

b) Optionsbetriebe:
    Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage

Im Falle der Stundung oder Ratenzahlung werden keine Verzugszinsen berechnet.
Die Anträge zur Stundung und Ratenzahlung können Sie formlos schriftlich per E-Mail einbringen. Die Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage bei Optionsbetrieben können Sie unter www.svs.at/formulare per Online-Formular beantragen. Die SVS-Kundenberatung ist österreichweit unter der Telefonnummer 050 808 808 von Montag bis Donnerstag zwischen 7:30 Uhr und 16:00 Uhr sowie am Freitag zwischen 7:30 Uhr und 14:00 Uhr erreichbar.

2. Gibt es Sonderregelungen für die Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen 2020?
Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für 2020 können herabgesetzt oder mit EUR 0 festgesetzt werden. Darüber hinaus kommt eine gänzliche oder teilweise Nichtfestsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für 2020 in Betracht.
Die Frist für die Einreichung der Jahressteuererklärungen 2019 (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer sowie Feststellung der Einkünfte) wird allgemein bis 31.8.2020 erstreckt. Für nicht fristgerecht abgegebene Erklärungen bis zum 31.8.2020 werden automatisch keine Verspätungszuschläge verhängt.


3. Gilt der Härtefallfonds auch für land- und forstwirtschaftliche Betriebe?
Der Härtefallfonds ist eine rasche Hilfeleistung der Bundesregierung. Sie richtet sich an Betriebe in akuter finanzieller Notlage während der Corona-Krise. Auch land- und forstwirtschaftliche Betriebe können ab Montag Anträge für diese Maßnahme einreichen. Die Soforthilfe des Härtefallfonds wird jene land- und forstwirtschaftlichen Betrieben unterstützen, die ihr Einkommen rein aus der land- und forstwirtschaftlichen Produktion erwirtschaften.

Wer wird unterstützt?
Vollerwerbsbetriebe, deren Einheitswert nicht größer als EUR 150.000 ist sowie deren Nettoumsatz EUR 550.000 nicht übersteigt. Ihre Nebeneinkünfte müssen unter der Geringfügigkeitsgrenze liegen. Für die Hilfeleistung müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

- Ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% zum Vergleichsmonat des Vorjahres kann nachgewiesen werden.
- ODER eine Kostenerhöhung um mindestens 50% zum Vergleichsmonat des Vorjahres bei Fremdarbeitskräften ist zu verzeichnen.
- Der Betrieb ist von einem behördlich angeordneten Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 betroffen.

Förderuntergrenze: Einheitswert (EW) von EUR 1.500 (Pflichtversicherung in der Krankenversicherung)
Förderobergrenze: Einheitswert (EW) von EUR 150.000

Eine Unterstützung aus dem Härtefallfonds ist nur dann möglich, wenn alle Kriterien erfüllt sind. Dies betrifft konkret:
- Wein- und Mostbuschenschankbetriebe
- Betriebe mit Spezialkulturen im Wein-, Obst-, Garten- und Gemüsebau sowie mit Christbaumkulturen
- Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen im land- und forstwirtschaftlichen Nebengewerbe vermieten (Urlaub am Bauernhof)
- Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte direkt an Gastronomie, Schulen und die Gemeinschaftsverpflegung sowie gärtnerische Produkte direkt und an den Groß- und Einzelhandel vermarkten
- Betriebe, die agrar- und waldpädagogische Aktivitäten anbieten (z.B. Schule am Bauernhof, Seminarbäuerinnen und -bauern)
- Betriebe, die auf Basis von Verträgen Sägerundholz erzeugen, dieses aber nicht mehr abgeholt werden kann.

Wie sieht die Unterstützung konkret aus?
Die Auszahlung erfolgt in zwei Phasen
Auszahlungsphase 1 (Soforthilfe) startet ab Montag:
Einheitswert EUR 1.500 bis EUR 10.000 - Zuschuss EUR 500
Einheitswert EUR 10.000 bis EUR 150.000 - Zuschuss EUR 1.000
Auszahlungsphase 2 soll Anfang nächster Woche feststehen.

Wie funktioniert die Abwicklung?
Die Agrarmarkt Austria (AMA) wickelt den Härtefallfonds für die Land- und Forstwirtschaft ab.
Die Soforthilfe kann unter www.eama.at beantragt werden.

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